post (bringt allen was)

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Valina
paperbird
Freitag, 27.10.2006
post (bringt allen was)

Dass es ein Heimspiel ist würden Valina vielleicht sogar verneinen, aber wir wissen es fix: nach 2-jähriger Linz-Pause wird das Valina-Konzert ein Herbst-Highlight im Hause KAPU und ein ersehntes Wiedersehen mit alten Freunden. Als eine der wirklich idealistischen und kopflastigen KAPU-Bands (im Vereinnahmen sind wir immer groß) üben sie sich ja stets in gepflegter – ja sogar strategisch und logistisch geplanter – Zurückhaltung und haben gut erkannt, dass „sich rar machen“ eine Grundtugend in der Schmiede der Underground-Heroen ist. Überhaupt agieren (und schmieden) Valina stets sehr wohlüberlegt, vorsichtig und vor allem weitsichtig: ein wenig wie Schachspieler planen sie immer mehrere Züge im voraus und machen sich viele Gedanken über das Wesen und Agieren als Musiker in der Dialektik von Underground und Mainstream, über Labels, Konzerte und andere Allianzen (zB mit Bands, Labels oder Radiosendern). Das ist auch gut so.

In den beiden Jahren seit dem letzten Valina-Konzert in Linz ist einiges passiert, und insofern können wir uns auch einiges erwarten: Konzertreisen nicht nur in Europa, sondern auch in die USA und nach Russland, ein weiteres fruchtbaren Zusammentreffen mit dem netten Herrn Albini, ein neuer Drummer und nicht zuletzt die noch gar nicht so alte Scheibe „Epode“, die statt in Amiland bei uns in der KAPU aufgenommen wurde!

Musikalisch und inhaltlich wollte die Band um Chefdirigent Anatol Bogendorfer ohnehin nie stehen bleiben, der ständige Drang zur Vorwärtsbewegung, zur Abstraktion und zum Codieren jeglicher Aussage wird nach wie vor rasant ausgelebt. Heimlichtuerisch, aber immer interpretationswillig, so sind die Valina-Songs. Weil Musik ist nicht nur zum tanzen da. Move your mind, your ass will follow.



Paper Bird

Schnell wird von den MusiktheoretikerInnen und Menschen, die für´s Schreiben über Musik bezahlt werden (und deshalb trotz bester Absichten allzu oft in den von der Industrie "subventionierten" Deutungskanon einfallen) nach neuen Genrebezeichnungen gesucht, wenn es darum geht, offensichtliche, aber deshalb nicht auschlaggebende (also triviale) Gemeinsamkeiten von MusikerInnen orten zu können. Mal wieder geschehen: Mit New Weird Folk Music.

Hehe, mit diesem Begriff müssen sich nun auch einzigartige Größen wie Low, Nina Nastasia, Joanna Newsom, Shannon Wright oder Cat Power herumschlagen. Ihnen wird´s wurscht sein, mir is es auch blunzn. Gut finde ich, dass Anna Kohli wohl manch dieser vermeintlichen "ProtagonistInnen" als inspirierend empfand und seit geraumer Zeit als Paper Bird selbst Musik macht, die einzigartig schön ist. Die Exil-Klagenfurterin zelebriert auf ihrem ersten Tonträger ("Peninsula", Seeyou Records) den Song auf der akkustischen Gitarre, bricht und verziert diesen mit zusätzlichem Instrumentarium. Valina gefällt das. Und so haben sie Paper Bird eingeladen, mit ihnen ein paar mal im Herbst die Bühne zu teilen. Damit es kein vorhersehbarer Noise-Rock-Trio-Abend wird. Eine Sparte, die, wie der "Von Spar"- und "Oliver Twist"-Sänger im Interview meinte, quasi ja auch schon eine Art tradierter Volksmusik ist. Weird, aber irgendwie richtig.

Wir freuen uns umso mehr Paper Bird bald live zu sehen!