From Kingston to Kinshasa

"Schwarze" Musik. Weltmusik. Diese oder andere Etikettierungen sind die Norm, wenn es um quasi nicht "weisse" Musik geht, vereinfacht gesagt, alles was Non-Rock´n´Roll ist. Obwohl auch dies die Erfindung afroamerikanischer MusikerInnen war. Jedenfalls weiss man hier in Europa meist nur wenig über die Hintergründe der Musik aus den sogenannten Randzonen des Musikuniversums, der afrikanischen Diaspora in der Karibik, Nord- und Südamerika, sowie der nach Europa Emigrierten, was über Verallgemeinerungen und Plattitüden hinaus geht. (Vor-)urteile werden gefällt und einzementiert. Der genaue, differenzierte Blick ist zu mühsam, anhand kommerzieller MTVideos werden ganze Musikrichtungen und die ProtagonistInnen dahinter mit ein paar Schlagwörtern abqualifiziert. Musik aus dem afrikanischen Kontinent rangiert dann sowieso meist unter ferner liefen. Doch mittlerweile zeigt sich immer mehr, dass die spannendsten urbanen Bewegungen der Zukunft ausserhalb der grossen Popnationen entstehen. Laufend entstehen neue Musikformen und dazugehörende Tanz- und Modestile. Lokale Stars werden zu Identifikationsfiguren, RapperInnen und SängerInnen zum Sprachrohr der nicht beachteten unterprivilegierten Masse, DJ´s und Producer werden zum Motor der Revolution. In einer globalisierten Welt kann aus jedem Winkel der Welt der neueste heiße Sound herausschallen. Aus den mittlerweile klassischen Musikrichtungen der afrikanischen Diaspora wie Reggae, HipHop, Funk, House etc. entstehen neue lokale Musik Styles wie Baile Funk, Hip Life, Kuduro, Township Funk, Coupé Decalé, Kwaito, Reggaeton, etc. scheinbar im Minutentakt und verbreiten sich via Internet in Windeseile. Das KAPU Filmfestival wird versuchen, hinter vorhandene Schablonen zu blicken, mit dem Fokus auf die Ursprünge der diversen Musikrichtungen in den verschiedenen Ländern und Regionen, auf die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umstände innerhalb derer sich die ProtagonistInnen bewegen und die persönlichen Schicksale der Frauen und Männer in diesen Mikrokosmen. Der Bogen des Festivals wird gespannt werden beispielsweise mit Filmen über jamaikanischen Dancehall (Man Ooman), der vielfältigen Musikszene Kinshasa´s (Jupiters Dance), kenianischem Rap (Maskaniflani), nigerianischem Afrobeat (Suffering & Smiling), den Ursprüngen und die Verbreitung von Dub (Dub Echoes) uvm. Insgesamt werden an den 4 Nachmittagen und Abenden rund 10 Filme gezeigt, grossteils österreichische Premieren. Das KAPU Filmfestival soll Feedbackschleifen konstruieren, Gemeinsamkeiten herausfiltern, Unbekanntes entdecken helfen. Zwischen den Filmen wird Zeit bleiben, die Filme zu diskutieren und analysieren, in der Lounge wird man warme Speisen zu sich nehmen können und DJ´s werden im Anschluss an die Filme entsprechende Sounds in der Druzba verlegen. Das endgültige Programm wird man hier auf der KAPU Website und im Festivalfolder finden. Watch out!

ARCHIV
Datum
So 07.02.2010 15:00 KAPU Filmfestival
KAPU
Sa 06.02.2010 15:00 KAPU Filmfestival
DJ KLUB
KAPU
Fr 05.02.2010 15:00 KAPU Filmfestival Herbst
DJ Kern
KAPU
Do 04.02.2010 15:00 KAPU Filmfestival Eröffnung Dj Flip
KON & AMIR
KAPU