Vacunt... eh klor...

Vacunt... eh klor...
Vacunt
Mussurunga
MWC
Samstag, 25.09.2010
22:00
Vacunt... eh klor...

VACUNT sind DIE Vorzeigepunkband (ohne asymmetrischen Seitenscheitel!), sie vereinen Härte, Trash, Hochgeschwindigkeit und reflektierte, jedoch kompromisslose Texte mit unnachahmlichem Charme, weil hier fünf authentische Mucker am Werk sind. Authentisch, auch weil old-school (?) präsentiert sich der neue Tonträger "Tales from the Wrong Side", zumal auf Vinyl erschienen und in seinem Erscheinungsbild unwiderstehlich, weil eine Demonstration eines gelungenen Vinyl-Artworks. Sticht garantiert in jeder Plattensammlung heraus, das Schöne ist, dass der Zufall hier eine grosse Rolle gespielt hat, doch diese Geschichte solltet ihr euch von den Jungs selbst erzählen lassen. Überhaupt muss man ein Vacunt Konzert mal gesehen haben, und sei es nur aus BoBoesk-voyeuristischen Motiven: kein Friseur ist wegen ihnen reich, kein Esoladenbesitzer wird wegen ihnen neue Nietengürtel aus Laos oder Vietnam nachbestellen müssen, kein Energydrink-Konzern wird sein Merchandise gratis zur Verfügung stellen, und auch keine Näherinnen aus Bangladesh werden blutige Finger kriegen wegen ihnen; Nehmt es wörtlich, wenn euch Sänger Brucki "you are the problem!" ins Gesicht brüllt!

 

MUSSURUNGA haben sich im Kapu-Umfeld im letzten Jahr via den ARGE TOR!-Sampler sowie einen Remix zur "Compilat" CD von 68 Dreadlocks bemerkbar gemacht; Hyperspeed Techno, irgendwie mehr 80's-Industrial als BumBum der 90er (ich riskiere mir den Zorn eines der Protagonisten zuzuziehen), klammern wir mal den zu beiden Zeiten unreflektierten Drogenkonsum aus. Mussurunga klingen, als würden sie Dinge nur anfassen wollen, um sie mittels akkustischer Teilchenbeschleuniger zu atomisieren, in tinitusartige Splitter zu zerfetzen mit dem Ziel, das Stakkato eines Schlagbohrers wie harmloses Fingergetrommel am Büroschreibtisch erscheinen zu lassen.

Reicht so; eigentlich müsste man nicht mehr anführen, dass das Duo Mussurunga Didi Bruckmayr und Sigmar Aigner sind. Geil, es ginge also auch ohne Namedropping!

 

Bei Mikrowave Cowboys (MWC) geht's leider nicht ganz ohne, und doch würde man ihnen sträflich Übles tun, sie ausschliesslich auf das Prädikat "die Joy Division von Tschechien" zu reduzieren; zum Einen weils subtil rassistisch wäre (sind die erst 30 Jahre später draufgekommen?), zum Anderen steckt aber eine, vielleicht noch subtilere, Wahrheit dahinter, die übersehen werden würde: Originalität. Unverwechselbarkeit. Authentizität (ups, das hatten wir schon). Wie wär's mit "Realness"? Du nimmst dein Instrument, dein Werkzeug, die Tools, die dir zur Verfügung stehen um deinem Drang nach Kreativität und Ausdruck zu folgen und lässt es raus. Was auch immer passiert, sei es ein Pinselstrich oder eine mehrtägige Oper, das Ding steht für sich, und du bist, als Protagonist, wie als Zuseher, Transportmedium und Zielperson in einem. Wer noch ein bisschen verwundbare Seele hat, lasse sich verzaubern!

Flyer / Plakat
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