tubes gave us wings

tubes gave us wings
Aguirre
Bad Luck Rides On Wheels
DJ Marc9
Samstag, 08.05.2010
22:00

Nachdem der April unter anderem mit einer gehörigen Portion Doom, Sludge und Metal zu Ende gegangen ist, gehört natürlich im Wonnemonat Mai sofort ein Schäufelchen nachgelegt. Zum Glück haben wir früh genug unsere Fühler ausgestreckt um euch wieder einen Abend voll langsamer Riffs, tiefgestimmter Gitarren und bester Trinkatmosphäre zu präsentieren.

Bei AGUIRRE handelt es sich in diesem Fall nicht wie in Werner Herzogs Film mit Klaus Kinski um eine spanische Expedition, die das sagenhafte Goldland Eldorado sucht, sondern um eine französische Band aus Bordeaux, die scheinbar von einer Expedition ins Inferno zurückgekehrt, uns nun ihre dort gesammelten Eindrücke musikalisch näherbringen will. Nimmt man den Untertitel des Films, “Der Zorn Gottes”, wird schnell klar, warum die fünf Herren aus Frankreich diesen Namen gewählt haben. Im Unterschied zur desaströs verlaufenden Expedition im Film bringen AGUIRRE jedoch ihr mehr als gelungenes Debutalbum “Calvaire” mit in die KAPU, das ihnen in manchen Reviews schon den Ruf der “Eyehategod Frankreichs” eingebracht hat. Doomiger Metalcore, wütende Stimmen, ein paar erfrischende, harte Rockriffs eingestreut, genreobligatorische lange Nummern, sludgige Basslines und fertig ist eine der am frischesten klingenden, neuen Hardcorebands, die wir seit langem in unseren Gemäuern gehört haben.
BAD LUCK RIDES ON WHEELS aus Rostock schlagen in eine ähnliche Kerbe. Nicht nur, daß sie ebenfalls mit ihrem Debutalbum, aufgenommen und gemastert übrigens von Mell Dettmer (auch: Sunn O))), Earth, Godflesh), unterwegs sind, sie scheinen ebenso wie ihre französischen Kollegen auf direktem Weg von Dämonen der Unterwelt gesandt zu sein, ihre düstere Botschaft zu verbreiten. Ihr Sound klingt etwas klassischer, eindeutig stärker 90er Metal beeinflußt, wird aber auch jede_n Stoner-Rocker_in direkt ins Rhythmuszentrum des Gehirns fahren. Auf ihrem Album gelingt ihnen eine spannende Mischung aus teils sperrigen, zähen Sludge-Metal-Doom Stücken und eingänigeren, sreckenweise schon fast melodischen und schwer rockenden Nummern, die, wie erwähnt, nicht nur Godflesh und Today Is The Day Fans sondern auch Freund_innen von Kyuss oder Fu Manchu eine Ohrenweide sein werden. Vor der Tour sind beide Bands noch einmal ins Studio und haben die Split-LP “Tubes Gave us Wings” aufgenommen, die natürlich mit im Gepäck sind.

Nach dem Konzert gehts dann Partymäßig in der Druzba weiter: endlich wieder mal zu Gast DJ Marc9. Musikalisch dürfen sich die Genres wie gewohnt mischen, zur Sache gehts von Dub über Noise bis Heavy. Deep Shit mit viel Bass und angeblich is' auch eine Dackelblut Nummer dabei...

Don't miss this!!!