Gay Beast, Kern/Quehenberger/Strohmann

Gay Beast, Kern/Quehenberger/Strohmann
Strohmann/Kern/Quehenberger
Gay Beast
Freitag, 29.01.2010
22:00
Gay Beast, Kern/Quehenberger/Strohmann

Schon der Bandname lässt nicht viel Raum für Interpretationen: GAY BEAST, „erste Agit-Prop Queer Band“ Minnesotas, lärmen mit Sinn und Verstand. Wenn Flying Luttenbachers’ Weasel Walter eine Band als „unique and weird“ bezeichnet, dann muss deren Musik komplett verrückt sein.
Tatsächlich erinnert Gay Beast musikalisch an das scheppernde New-Wave-Jazz-Metal-Ungeheuer, dass der Schlagzeuger seit Anfang der 1990er Jahre zusammen mit einigen der aufregendsten Jazzmusiker Chicagos anderthalb Jahrzehnte lang verfolgte. Das Schlagzeug von Angela Gerend scheppert und überschlägt sich, Daniel Luedtke lärmt druckvoll mittels Casio-Keyboard und Saxophon, Isaac Rotto spielt die Gitarre akzentuiert wie die No-Wave-Bands der beginnenden 80er Jahre. Und dennoch ist die Musik des 2005 gegründeten Trios weniger frei als die Eskapaden ihres Fürsprechers.
Das Debütalbum von Gay Beast ist kompositorisch doch in einem strengeren rhythmischen Gefüge gehalten, dass die noisigen Passagen stets zu bündeln und druckvoll zu präsentieren weiß. Und auch inhaltlich sind die „erste Agit-Prop Queer Band“ Minnesotas einem strengen Korsett unterworfen. Schon der Bandname lässt ja wenig Fragen offen. Und auch der Albumtitel „Second Wave“ weckt Assoziationen an die gesellschaftlichen Umbrüche Ende der 1960er Jahre, als sich die westlichen Gemeinschaften in einem Umbruch befanden und bestehende Verhältnisse nachhaltig zu hinterfragen begannen und in diesem Zusammenhang sich die zweite Welle der Frauenbewegung erhob, die einem Aufsatz von Carol Hanisch folgend, das Persönliche zum politischen erhob. Die Musik ist also die Untermalung eines Aufschreis, Protest, disharmonisch vorgetragen, Aufmerksamkeit einfordernd. GAY BEAST sind mit das Beste was das renommierte Label Skin Graft in den letzten Jahren veröffentlicht hat und live wird’s ein Gewitter irgendwo zwischen Lightning Bolt und Arab On Radar! KERN / QUEHENBERGER / STROHMANN
Die Geschichte dieses Trios beginnt im legendären New Yorker Club CBGBS. An jenem Abend beim phonoTaktik 2002 lärmten die beiden Fuckheads Michael Strohmann und Didi Kern ordentlich und holten sich zur Zugabe den ohnehin anwesenden Phillip Quehenberger auf die Bühne. Jahre später blieb „nur“ noch das gewaltige und abgefahrenste Duo in diesem Lande über: Kern / Quehenberger. Finally im Jahr 2010 gibt’s wieder ein Konzert zu dritt, bis dahin ist vielleicht auch schon das Release von Kern / Quehenberger auf Stefan Kushimas Dissaperance Records erschienen!

Flyer / Plakat
Gay Beast, Kern/Quehenberger/Strohmann