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joe lally
marilies jagsch
Mittwoch, 15.10.2008
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Hallo Joe! Schön dich zu sehen.
Darf ich vorstellen: Das ist Joe.
Ja, der Joe, der in der Band den Bass gespielt hat, die...
Der Joe, dieser schüchterne Kerl, der immer hinten, im finsteren Eck` der Bühne gestanden hat. Sympathisch und mit zurückhaltender Coolness. Ein Typ aus einer Zeit in der Emo noch nichts mit Kajalstiften und Totenkopfmustern auf Hosen und T-shirts zu tun hatte. Aus einer Zeit in der Handeln und Haltung mehr gezählt haben als den nächsten Klingelton der nächsten Gelfrisurenpunkband auf´s Handy zu laden. Joe steht jetzt vorne am Bühnenrand.
Joe macht jetzt alleine Platten, (die selbstredend von Dischord rec. veröffentlicht werden), weil die Band, in der er... momentan auf unbestimmte Zeit auf Eis liegt und, nicht zu letzt, weil er ein talentierter Songwriter und Soundtüftler ist. Auf Tour gibt es diese tollen Postpunk/NoisyAdvancedRock-Werke alleine dargeboten oder, so wie auch an diesem Abend, auch mit Band (die wechselt; es waren in Europa schon mal die formidablen Zu am werken, man hört aber, dass auch die gleichsam begabten Herren Guy Picciotto und Brandan Canty unterstützend tätig waren…). Unterschwellig brodelnde Songsuppe, das. Jedenfalls, jetzt, wo E.M.O.! so geschrieben wird und in trendiger Blässe verkommt; jetzt wo Alternative-Rock ein weiteres kleines Ghetto im Mainstream ist, jetzt aber wo andererseits Dischord nach wie vor das ernstzunehmendste aber vor allem glaubhafteste Label mit dem wenigsten aber feinsten Output darstellt, und wo, jetzt sag´ ich’s, FUGAZI ruhen, ist es an der Zeit dem Schaffen von einem grad´n Michel wie der Joe einer ist, Gehör zu schenken. Es wird toll werden, believe me.

Fürchte dich nicht! Die Gräber am Friedhof der verlorenen Gedanken bleiben geschlossen. Keine Verrückten, keine Hirn-Zombies. Nirgends. Nie, nicht. MARILIES JAGSCH schreibt tiefgründige Songs. Von subtil bis ins Abstrakte gehend ohne wirklich den Boden unter den Füssen zu verlieren. Die kommen bei Asinella-Records, dem Label von Clara Luzia raus. Bernhard Fleischman macht auch Beats für sie. Ein Liebkind der Ösi-Indie-Szene also. Sie ist so was wie die ernstzunehmende Proplemlösungs-Version für Teenager in Schwierigkeiten. Und am Ende siegt die Melancholie über die Depression. Schön? Aber ja doch!

Flyer / Plakat
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