rechtshilfe dancehall

rechtshilfe dancehall
Gender Bender
Soundsgood Intl.
texta soundsystem
Samstag, 11.11.2006
rechtshilfe dancehall

Es gab eine Zeit vor dem 11.9.2001 da galt der Bandname "The Surfin Talibaan" noch nicht als geschmacklos, Kabul schien in Italien zu liegen und der Hauptfeind trug keinen Turban. Die grösste Gefahr für das westliche Abendland ging damals vom sogennanten "Globalisierungsgegner" aus. Ein kurzer Exkurs zum "Globalisierungsgegner": Er lebt in Horden, Verbreitungsgebiet vor allem Deutschland und Italien, bevorzugte Kleidung: Schwarz mit Vermummung. Hobbies: Molotovcockailts Zielwurf und Landfriedensbruch. Ist auch unter dem Pseudonym "Autonomer" oder "Autonummer" bekannt.
Nun gut. Es begab sich nun folgendes im Juli 2001: Ein Bundesheer Angehöriger (damaliger Dienstgrad: Rekrut) fuhr an einem freien Sonntag gemeinsam mit seinem Freund "Pfirsich" nach Salzburg um an einem Umzug der "Globalisierungsgegner" teilzunehmen. Angewiedert vom Erscheinungsbild der Linken zogen sich "Pfirsich" und der Rekrut in das Cafe "Anna" (oder so) zurück und tranken Bier. Mehrere. Anschliessend schloss man sich dem Umzug an, verlor sich im Getümmel. Der Rekrut wurde geminsam mit 899 anderen "Globalisierungsgegner" von der, zahlreich erschienenen, Exekutive eingekesselt. "Pfirsich" entkam. Die Stunden der Einkesselung waren eher Langweilig. Etwas Stimmung kam auf, als die Exekutive auf die ersten Reihen der "Globalisierungsgegner" einzuprügeln begann. Doch auch diese willkommene Abwechslung war nur von kurzer Dauer. Dann hiess es wieder Warten. (Da der Rekrut in Zivil Punkrocker ist, war ihm dieser Zustand bekannt...) Gegen 22.00h schliesslich, liess sich die Exekutive vom damaligen Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Österreichs, Walter Baier, überzeugen, dass die "Globalisierungsgegner" eh friedlich sind und liess sie (uns) gehen. In 5er Gruppen. 900 Menschen durch 5 ergibt genau 180 5er Gruppen. Auch dass dauert etwas. Schliesslich kam der Rekrut an die Reihe zum nach Hause (Kaserne) gehen. Mit den Worten "Der wars!" wurde der Nach-Hause-Fahr-Plan allerdings kurz durchkreuzt. Der Rekrut begab sich auf Anweisung der Exekutive in einen Bus - ein mobiles Wachzimmer der Exekutive - und unterzog sich einer Personalienfeststellung. Ein Foto, eine blöde Frage "Sind Sie arbeitslos?", "Grundwehrdiener.", "Also Arbeitslos.", "Nein, Grundwehrdiener.", und der Spass war vorbei. Was der Rekrut verbrochen haben soll, konnten die Exekutivorgane nicht sagen, sie verwiesen auf den "Major" Sowieso, der wüsste welches Verbrechen vorliegt. Der "Major" war dann aber nicht mehr da. Eh wurscht. Kurz und gut, Anzeige wegen "absichtlicher schwerer Körperverletzung", "Widerstand gegen die Staatsgewalt" und "Landfriedesbruch". Im Mai 2006 konnte sich Justizia schliesslich dazu durchringen den Rekruten (inzwischen "Gefreiter") anzuklagen. Übrig geblieben ist schliesslich "versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt". Mindeststrafrahmen 1 Jahr Haft. Der Rekrut ("Gefreiter") nahm sich einen Anwalt, wurde freigesprochen (Rechtsstaat!) und ist weiterhin "Unbescholten". Happy End? Naja, der Anwalt kostet halt ein bisserl ein Geld. Und um dieses Geld aufzutreiben haben sich der Rekrut ("Gefreiter"), Bert Estl (Soundsgood Intl.), ein paar Jungs von Texta (Hip Hop Linz), Ditz (Merker T.V., Gender Bender) und Rene (Come on Feet) gedacht: "Mach ma a Reggae-Party. Am besten am 11.11., weil da fangt da Fasching an." Rote Nasen erwünscht. KEINE GÄSTELISTE!!!