PCN-VERANSTALTUNG

PCN-VERANSTALTUNG
Montag, 15.05.2006

Infoveranstaltung mit afrokolumbianischen AktivistInnen


Kolumbien ist eines jener lateinamerikanischen Länder, die den afroamerikanischen Communities nur die formellste Anerkennung einräumen. Davon ist vor allem die soziale Gruppe der Afro-KolumbianerInnen betroffen, die einerseits unter schweren Verstößen gegen ihre bürgerlichen, politischen, ökonomischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Rechte und andererseits auch besonders unter dem bewaffneten Konflikt innerhalb Kolumbiens zu leiden haben.

Ihre ökonomische und soziale Situation zeigt nicht nur Armut und ein Desinteresse seitens des Staates, sie reflektiert auch die kontinuierliche Wirkung der Sklaverei und des strukturellen Rassismus. Erzwungene Gemeindeumsiedlungen, Massaker, selektive Attentate und Straßensperren, die die Bewegung der Menschen, Nahrung, Medizin und Treibstoff einschränken und kontrollieren, sind die am häufigsten angewandten Repressalien.


Der Prozess der Black Communities (Proceso de Comunidades Negras - PCN) in Kolumbien ist ein Bereich der sozialen Bewegung, mit deren Hilfe verschiedene Organisationen und Personen zusammengeführt werden, die sich um Anerkennung und Durchsetzung der territorialen Rechte, Identität und Beteiligung an Diskussionsprozessen der Afro-KolumbianerInnen einsetzen. In den vergangenen Jahren versuchte der PCN erlittene Menschenrechtsverletzungen sichtbar zu machen. Mit diesem Ziel sind verschiedene Beobachtungsaufträge innerhalb Kolumbiens organisiert worden. Mitglieder des PCN haben in Nordamerika und Europa an Infokampagnen teilgenommen, die diese Übertretungen aufzeigen und zu Solidarität und Initiativen verschiedener Gruppen und Personen aufrufen.


Naka Mandinga ist Mitbegründer und Aktivist des PCN, der nicht nur durch seine Beteiligung bekannt ist, sondern auch weil er die Communities des Rio Yurumangui (ein Distrikt von Buenaventura) repräsentiert, die kontinuierlich Opfer von Massakern, selektiven Ermordungen, Vertreibungen und militärischer Repressalien sind. In den letzten Jahren sind 14 Mitglieder der Familie Nakas ermordet worden oder verschwunden. Naka Mandinga ist einer der Vertreter des PCN, dem seitens
der „Inter-American Commission of Human Rights“ Sicherheitsmaßnahmen zuerkannt worden sind, um sein Leben und seine politische Aktivität zu schützen.

2006 ist er erneut auf Infotour in Europa unterwegs, wir freuen uns, ihn in der KAPU
begrüßen zu dürfen!


ZIELE:

Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Situation der afro-kolumbianischen Communities und Solidarität zu europäischen Gruppen/Personen.

Vorbereitung einer permanenten Beobachtungsmission, die 2006 realisiert werden soll.

Rahmenbedingungen schaffen, die die afro-kolumbianischen Communities sofort begleiten, und die sie in ihrem Konflikt und in ihrem partizipatorischen Prozess unterstützen.