barcelona´s calling

barcelona´s calling
270beat dj-line
Selekta Ufuk
Die zwei
la oona
Samstag, 18.03.2006
barcelona´s calling

BARCELONA`S CALLING

im saal: 270beat dj-line // im beisl: die zwei, la oona y el ufuk

Barcelona verfügt über eine ausgesprochen aktive Kulturszene. Seit vielen Jahren gehen immer wieder signifikante künstlerische und politische Impulse aus der catalanischen Metropole in die ganze Welt (egal ob das jetzt elektronische Musik oder das Mayday-Movement betrifft), umgekehrt zieht es regelmäßig AktivistInnen aus der ganzen Welt in diese Stadt. Manche recherchieren für eine Ausstellung in der KAPU (remember unsere „Barceolona Cooltours – Ausstellung“ letzten Herbst von Huckey und Nici), andere bleiben ein Leben lang dort.

Wichtiger Teil der Szene in Barcelona sind die Sozialen Zentren und besetzten Häuser (Squats). Im Spannungsfeld zwischen autonomem Politverständnis und kultureller/künstlerischer Selbstbefreiung bilden sie eine wichtige Grundlage für die gesamte Szene in Barcelona.

Bereits seit geraumer Zeit sind viele Squats und Zentren bedroht, manche sind schon geräumt, andere leben mit der täglichen Bedrohung. Zwischen Regierenden und Exekutive einerseits und AktivistInnen andererseits herrscht eine Situation heftiger Anspannung, die teilweise auch in gewalttätigen Auseinandersetzungen eskaliert – in der Regel auf Kosten der SquaterInnen. Auch das heurige Jahr hat dramatisch und blutig begonnen (siehe Infotext).

Um die Szene finanziell und ideell zu supporten befindet sich zur Zeit das 270beat Soundsystem auf Tour durch europäische Gefielde, um Geld für die Erhaltung der Strukturen in Barcelona bzw. für die notwendigen juristischen Prozesse aufzustellen. Eigentlich sind sie auf sogenannter Squat-Tour.... aber weil es in Linz leider keine besetzten Häuser mehr gibt, freuen wir uns, die 270beat-Leute aufgrund der Vermittlung des Treibsand-Kollektivs in der KAPU begrüßen zu dürfen.

270beat existiert seit fünf Jahren, besteht hauptsächlich aus in Italien und Spanien geborenen Menschen mit Homebase in Barcelona. Musikalisch haben sie für die aktuelle Tour zwei „musical lines“ entwickelt, die sie beide im Saal der KAPU präsentieren werden: die eine line geht von „latin beats, rumba, flamenco, fusion etc. to disco music, summer hits (including past summer hits!) and all the music which makes us dance but also laugh a bit“. Klingt gut, oder? Die zweite Line „starts from the electroclash sounds of the last 5 years and gets to electrotechno and technohouse“. Aber keine Panik: „Anyways, we don't organize rave parties but rather some kind of ´ disco style´ parties.“ Klingt optimal, oder?

Als zweiter und etwas ruhigerer Floor präsentiert sich natürlich das KAPU-Beisl. In der Druzba legen zwei DJ-Duos aus der STWST auf: die Zwei (DJ Dagmar und DJ Isi) umschreiben ihre Mucke als discopunk und garantieren Entertainment auf höchstem Niveau, anschließend werden la oona y el ufuk mit Reggae- und Dancehall-Sounds die Party am Laufen halten und für weiteres Arschwackeln sorgen. Und nicht zuletzt werden alle durstigen Party-Throats an der Cocktail-Bar ordentlich geschmiert. If I can't dance I don't want to be in your revolution!

Infotext:

Die vielfältige Kultur- und HausbesetzerInnenszene in Barcelona ist seit einigen Monaten von extremer Repression betroffen. Ein Beispiel? Am Freitag, 3.2.06 fand in der Altstadt von Barcelona im besetzten Haus "el teatro" eine Party unter „Beobachtung“ der Polizei statt. Die Situation eskalierte, die Polizei begann brutal auf dort anwesende Personen einzuschlagen, scharfe Schüsse wurden abgefeuert und willkürliche Verhaftungen vorgenommen. Bis Samstag 22:00 Uhr erhielt weder die Unterstützungsgruppe der Verhafteten noch die AnwältInnen oder Angehörige Nachricht über den Zustand der Verhafteten, die nach ihrer Freilassung schwere Kopfverletzungen, diverse Hämatome im Gesicht, verbundene und eingegipste Gliedmaßen etc. davontrugen. Ebenfalls erlitt ein Polizeibeamter schwere Kopfverletzungen (zuerst hieß es durch einen aus dem Haus geschmissenen Blumentopfes, vierzehn Stunden später wurde in der „offiziellen“ Darstellung aus dem Blumentopf plötzlich ein Stein, der von mehreren [sic!] Personen auf den Beamten geworfen worden sei). Zur Zeit sieht es zudem so aus, dass 9 Personen noch in Haft sitzen und 3 Personen event. wegen vorsätzlicher Tötung eines Polizeibeamten angeklagt (dieser liegt zur Zeit im Koma) werden!

Am nächsten Tag fand eine Hetzjagd gegen verschiedene soziale Zentren im Stadtteil statt: Leute mit vermeintlichem "squatteroutfit" wurden willkürlich angehalten und perlustriert.


www.servus.at/treibsand

www.270beat.squat.net