Wider das Verdrängen: Ein Beitrag zum ´Gedankenjahr 2005´

Wider das Verdrängen: Ein Beitrag zum ´Gedankenjahr 2005´
Donnerstag, 17.11.2005
Wider das Verdrängen: Ein Beitrag  zum ´Gedankenjahr 2005´

Über die Verbrechen der Wehrmacht und deren Leugnung:

´Jenseits des Krieges´


Ein Film von Ruth Beckermann, A 1996, 117 min.


Ab November präsentiert die KAPU, in Zusammenarbeit mit kinoki (Verein zur audiovisuellen Selbstbestimmung), an drei Donnerstagen Film- und Diskussionsmodule zum sogenannten ´Gedankenjahr 2005´.

Die Filme konzentrieren sich auf Themen und Bilder, die nicht in die offizielle Geschichts-schreibung und in das audiovisuelle Gedächtnis der Republik eingegangen sind.
Es werden Filme vorgestellt, die in den letzten Jahren wider das Vergessen und Verdrängen entstanden sind. Zusätzlich sind Referentinnen bzw. die Filmemacherin eingeladen, um die Filme zu kommentieren.
Bei freiem Eintritt werden an drei Donnerstagen ab 19 Uhr folgende Themenkomplexe filmisch berührt und anschließend besprochen:


++Do.17.November:

Über die Verbrechen der Wehrmacht und deren Leugnung

++Do.01.Dezember:

Über die Differenz von Täter- und Opferperspektive

++Do.15.Dezember:

Über den verdrängten Kampf der Kärntner PartisanInnen


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Do.17.November: Über die Verbrechen der Wehrmacht und deren Leugnung

Film „Jenseits des Krieges"


von Ruth Beckermann, A 1996, 117 min.


Weiß gekachelte Räume, Neonlicht; an den Wänden Schwarzweißfotografien der Ausstellung „Vernichtungskrieg" über die Verbrechen der Wehrmacht an der Ostfront. Vor diesem Hintergrund drehen Ruth Beckermann und Kameramann Peter Roehsler eine Anhörung ehemaliger Soldaten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse jenseits des „normalen" Krieges. In einer Mischung aus Hilflosigkeit, Ohnmacht, Scham, Opportunismus und ungebrochenem Fanatismus berichten die Zeugen dieser Zeit von Verbrechen wie den Erschießungen russischer Kriegsgefangener, der Ermordung der Juden und der Misshandlung von Frauen. Mit diesem Film wird nicht allein die Zerstörung des Mythos von der „anständigen Wehrmacht" vorangetrieben, sondern die Gründungsphase der Zweiten Republik erhellt und eine Diagnose der Gegenwart gestellt.

Inhaltliche Begleitung:

Renate Höllwart (trafo K) und

Nora Sternfeld (trafo K)