REALPLAYER GENDERFUCK

REALPLAYER GENDERFUCK
Christina Ertl & Tobias Hassels
Sonntag, 25.04.2004
REALPLAYER GENDERFUCK

ein Videoporträt über Musikerinnen in der aktuellen elektronischen Musikszene


‘RealPlayer: genderfuck’

DV, 52 min, 2003
dt/engl. mit engl. UT


“RealPlayer:genderfuck” ist ein Dokumentarfilm von Christina Ertl und
Tobias Hassels, beide wohnen zur Zeit in Berlin. Der Film zeigt mehrere
Videoporträts über Musikerinnen in der aktuellen elektronischen
Musikszene, u.a. mit Hanin Elias, Sachiko M., people like us, Marina
Rosenfeld, Kaffe Matthews und Kevin Blechdom.


“Uns geht es nicht darum, exotisierende Fingerzeige darauf zu werfen, dass
es hier Frauen sind, die elektronische Musik machen, sondern darum, die
vielfältigen Ansätze und Musikstile der Musikerinnen aufzuzeigen und
motivierend darzustellen”
, so die FilmemacherInnen.
Wenn man sich etwas mehr mit neuer elektronischer Musik beschäftigt, stößt
man zwangsläufig immer wieder auf Fragen zu den Geschlechterverhältnissen.
Warum gibt es auch in der elektronischen Musik so wenig Frauen, die Musik
machen? Wie war das mit den Vorstellungen einer geschlechtsneutralen
Maschinenmusik, in der es keine Rolle mehr spielt, wer die Musik
produziert hat? Warum scheint es im Bereich der elektronischen Musik trotz
dieser Vorstellungen und Möglichkeiten auch nicht anders zu sein, als in
den anderen Bereichen von Musik und Gesellschaft? Warum gibt es also so
wenige Musikerinnen? Oder gibt es gar nicht wenige Musikerinnen und es ist
vielmehr hauptsächlich eine Frage der Repräsentation, wie denn Frauen in
den Medien wie auch szeneintern repräsentiert, gefeatured und dargestellt
werden?



Der Film gibt durch längere und kürzere Interviews mit den Künstlerinnen,
Aufnahmen von Live-Perfomances, Ausschnitten aus Musikvideos u.a.
Einblicke in die aktuelle elektronische Musik und thematisiert die
beschriebenen Fragen. Es steht dabei zunächst immer die Musik selbst im
Mittelpunkt, wie die Musik produziert wird, welche Instrumente die
Musikerinnen jeweils benutzen. Die Musikerinnen beschreiben ihren Weg und
ihre Musik selbst und erst dann wird auf die Gender-Fragen, also einfach
gesagt auf die Fragen nach Geschlechterrollen und –verhältnissen,
eingegangen.



Die FilmemacherInnen möchten mit dem Film aber nicht nur auf diese Fragen
aufmerksam machen, sondern möchten auch “dazu anregen, einfach loszulegen,
anzufangen, wenn die Lust zum Musikmachen da ist, sich nicht abschrecken
zu lassen von der Technik, der Sprache und den Rollen, die Frauen, Männern
und anderen noch immer von der Gesellschaft je nach
“Geschlechtszugehörigkeit” zugeteilt bekommen.” Die Musikerinnen im Film
seien auch als role-models zu sehen, sie zeigten, dass es sehr wohl Frauen
gibt, die hervorragende, innovative und vielfältige elektronische Musik
machen, mit einer sehr individuellen Herangehensweise an ihre Musik und
den Prozess des Musikmachens sowie der Reflektion desselben und der
jeweiligen Position in der Gesellschaft.
Am Schluss steht, dass nicht immer wieder alles von Anfang an neu erklärt
und analysiert werden kann, sondern dass auch “auf dem aufgebaut werden
muss, was Frauen schon vorher geleistet haben”
, da sonst aufgrund dieser
Redundanz “nie eine Revolution passieren wird” (Christiane Erharter).