Ausstellung: MANFRED RAHS vernissage:20:00 UHR

Ausstellung: MANFRED RAHS vernissage:20:00 UHR
Bobby Conn
Manfred Rahs
Dienstag, 06.04.2004
Ausstellung: MANFRED RAHS  vernissage:20:00 UHR

Was für ein Abend steht uns da bevor ! Bobby Conn wird eines seiner genialen Konzerte spielen und somit gleichzeitig die Vernissage für die Foto-Ausstellung von Manfred Rahs verschönern!


Bobby Conn


„It´s a wonderful party. It´s vomit and glitter.” Diese Zeile singt Bobby Conn auf seinem aktuellen,
wie immer total unfassbar unwuchtigen Opus „The Homeland“ (Thrill Jockey/Trost); einer Parallelwelt-Parabel
und zugleich ein ähnlich großer konzeptioneller Wurf wie seine Armageddon-Prophezeiung „Rise Up!“.
Erbrochenes und Glanz repräsentieren ganz gut die Achse aus Trash und Glamour, die Conn und seine
neue Combo The Glass Gypsies auch auf die Bühne bringen. Semantische Glanzleistungen gespeist aus
den obskursten literarischen Quellen treffen hier auf einen schamlos genialen und virtuosen musikalischen
Umgang mit den Abscheulichkeiten aus etwa fünfzig Jahren Popkultur. Wobei die emotional eisigen und
ästhetisch entgleisten 70er Jahre einen besonderen Platz einnehmen; sie schlackern dir wahlweise als
Falsettgesang, Kuhglocken-Solo, dekadenter Disco-Beat oder waghalsiges Streicher-Arrangement entgegen.
Bobby Conn ist aber weitaus mehr als das Superhirn verdrängter Abscheulichkeiten; wie kein anderer
Entertainer unserer Zeit versteht er es, mit seinen fluktuierenden Ensembles Aufregung und Ekstase ins
seine extrem spannungsgeladenen Auftritte zu injizieren. Die dramatischen Performances glänzen zu allen
Raffinessen im Sound vor allem noch durch die gewiefte optische Umsetzung. Und dann ist da noch diese
Band! Monica BouBou an der Violine, der in den frühen 80ern hängen gebliebene Lead-Gitarrist Sledd,
Colby Starck, der Powerhouse-Drummer, Nick Macri, der frei funkende Bassist und Pearly Sweets, der
hochgeschossene Keyboarder, die bestmögliche Ergänzung zu unserem sympathisch untersetzten Bühnenstar
Bobby Conn! Schrille Sounds von Heavy-Rock bis Disco Funk, scharfe Outfits, lächerliche Emotionen und
überwältigende Verstörung in einem Paket!
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MANFRED RAHS



Vernissage Beginn: 20:00 UHR



Es darf immer als kleine Sensation gewertet werden, wenn Monsieur Rahs einen Teil seiner fotografischen
Arbeiten präsentiert. Zum einen, weil der passionierte Heimlichtuer so etwas nicht allzu oft macht, zum
anderen, weil es die einzige Form ist, die Dinger auch tatsächlich so zu sehen, wie sie seine Dunkelkammer
verlassen. Kein Layouter hat da seine mitinterpretierenden Finger im Spiel, kein Trash-Druck versaut das
Ergebnis, kein verfluchter Redakteur bestimmt den Inhalt. Der Künstler allein entscheidet, was Sie in dieser
Ausstellung sehen. Um Ahmat Barats Essay über Rahs zu paraphrasieren: Seine Bilder verweigern sich der
Semiotik des Alltäglichen. Sie zeigen ein obsessionelles Begehren nach einer anderen Welt. Zu guter letzt
bleibt Rahs Moralist: Er will, dass Bobby Conn Nummer Eins wird!
Welche visuellen Schmankerln uns zu Gemüte geführt werden, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.
Ein Telefonat umkreiste jedenfalls unter anderen folgende Namen: U.S. Maple, Peaches, Ice-T, Mr. Quintron,
Bob Log III, Lydia Lunch, Foetus, Nels Cline, Raymond Pettibon, Mike Watt, The Flying Luttenbachers,
David Thomas, Steve Albini, Michael Gira, Sensational, Spectre, Team Dresch, Mekons, der tätowierte
Unterschenkel von Gary Floyd, Andre Williams, King Kong, Boredoms, Ken Vandermark, Melt Banana,
The Make Up, Guy Picciotto0, Killdozer, The Georgia Satelites, Melted Men, Ween, Mike Ladd, Jesus Lizard,
Bul Bul, Howe sowie natürlich Bobby Conn, dem ein kleiner Schwerpunkt gewidmet wird.