Johnny Cash ist tot, P.W. Long lebt.

Johnny Cash ist tot, P.W. Long lebt.
P.W.Long
68 Dreadlocks
Freitag, 05.12.2003
 Johnny Cash ist tot, P.W. Long lebt.

Kinder, Kinder, ist das eine Aufregung! P.W. Long kommt endlich wieder auf Tour und tritt in der Kapu gegen niemand geringeren als den Teufel an.°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Der Typ ist eben besessen und betreibt seinen Exorzismus in Form von Songs, die nichts weniger vertonen als das ewige Ringen um Freiheit von allem moralischen Ballast. Katharsis aus dem Geiste des Exzesses, Erlösung durch Sünde, sozusagen. Seine Lieder sind mythengeschwängerte Parabeln, die mit der Autoritätt eines falschen Predigers von der Bühne donnern. Wir bewegen uns hier in einem Territorium, das seit dem amphetamingesteurten jungen Johnny Cash niemand mehr so ausführlich und darf ich sagen idiosynkratisch beackert hat. Ihr versteht was ich meine, oder? P.W. Long hat eine Stimme, die ihm gehört, unglaublich kraftvoll, rauh und schön. Ein heftiges Organ, das zum einen an Captain Beefheart denken lässt, zum anderen an John Lee Hooker.
Ein Appalachen-Hinterwädler mit Geschichten der dunkelsten Färbung dargeboten mit der Kraft des Feuers der Hölle. Als Songwriter gehört Long zu den größten, den dieser stinkende Scheisshaufen Amerika jemals hervorgebracht hat. Allein "Angel", ein Lied aus der Sicht der Tochter am Sterbebett ihrer Mutter reicht um ihn in die Reihe der alten Meister aufzunehmen. Seine musikalischen Errungenschaften speisen sich aus den Geiste jahrhundertelanger Folk-Traditionen, die er mit der Vehemenz und Freiheit von Punk interpretiert. Wer in seiner Tour-Band jetzt spielt, ist mir nicht bekannt, aber wenn es die Besetzung des aktuellen dritten Albums (auf Touch & Go) ist, dann dürfen die Freudentränen schon jetzt vergossen werden.
Johnny Cash ist tot, P.W. Long lebt.
Schaut hin und weint und zieht euch auch was schönes an, es gibt was zu feiern!
David Mochida Krispel
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Naja, ...und dann ist´s mehr oder weniger selbstverständlich wer hier in der Kapu diesen Mann supporten wird. Der PunkRock-Singer-Songwriter nummero uno Daniel Steinero aka 68 Dreadlocks ist den meisten unter euch wahrscheinlich noch ein Begriff als Mastermind der Band Strahler 80. Noch während deren Präsenz als wilde PunkRock-Truppe in den heiligen Hallen der deutschen Jugendzentren und internationalen besetzten Häusern startete Steiner das "Solo-Ding" 68 Dreadlocks. Mit dem Charme eines streunenden Dackels werden hier in Form von einfach gestrickten Liedern (!) die thematischen Ecken im Leben eines Linzer PunkRock-Superstars markiert und beprunzt. Falling in Love. Mädchen, fürchtet euch nicht!
Frauen, Hasch und Bier. Fußball, politikgeschichtliches Fachwissen und alles andere, was einen zwingt, trotz aufkeimender Depression das Bett zu verlassen, die Sonnenbrille aufzusetzen, die besseren Nudeln im Mondo zu fladern und irgendeinen unterbezahlten Kulturjob nachzugehen um die Hoffnung nicht aufzugeben irgendwann mal wieder die Gasrechnung bezahlen zu können. Wenn wer meint, das sei nur "Trash", dann soll er/sie scheissen gehen, denn 68 Dreadlocks und nicht Michael Tschugnall schreibt den Soundtrack (oder das Musical) zu einem Leben, das eben manchmal trashiger nicht sein könnte.
It´s a real thing ! An diesem Abend wird eine 4Song Ep präsentiert. Hey Ho, let´s buy it !