Lesung

Lesung
Ernst Molden
Rainer Krispel
Donnerstag, 27.11.2003
Lesung

Ernst Molden, Jahrgang 1967,
lebt und arbeitet in Wien. Im Zentrum seiner Arbeit stehen, in leidenschaftlicher
Gleichberechtigung, Schreiben -zuletzt erschienen der Roman “Doktor Paranoiski” (2001) und “Christbaum kaufen, baden gehen” (2003), eine Sammlung von für das Magazin Universum verfassten Kolumnen zum Thema “Brauchtum”, beide im Deuticke-Verlag-und Musik.
Als Musiker verˆffentlichte der Sänger und Gitarrist heuer das Album “Nimm mich Schwester" (Vertrieb: Hoanzl), eine Sammlung von Songs, teils mit Drummer Heinz Kittner eingespielt, die eine reduzierte, bewusst nicht amtliche (Robert Johnston und Fat Possum statt Eric Clapton), hiesige Version von “Blues" im weiteren Sinne unternehmen.
“Doktor Paranoiski" liefert, so wie der davor erschienene Vampirroman
Austreiben (1999), Stoffe, aus denen im Land mit dem A leider keine Filme werden. Pralle Geschichten, wie die von der Untergrundarmee der Unsterblichen, die die “Verwaldung der Städte" und die Auflösung der Republik betreibt, in präzisen, nie ¸berladenen Bildern erzählt, oft in den dunkleren Kanälen des Bewusstseins und der menschlichen Befindlichkeiten angesiedelt. Wie die Geschichte vom Dämonen, der von einem Radiomoderator Besitz ergreift aus “Austreiben". Das Phantastische wird bei Ernst Molden greifbare Wirklichkeit und das Kreatürliche ist seinen Sätzen und Figuren niemals fremd, die unbändige Lust am Fabulieren verliert aber nie die Geschichte(n) aus den Augen. So gelassen wie gekonnt verwischt Molden die lächerliche Grenze von “Unterhaltung" und “Literatur", wie das deutschsprachige AutorInnen - Popliteratur hin, Popliteratur her - leider viel zu selten tun. “Die morbide Melodie dieser schwarzbösen, (....), perfekt komponierten Prosa schmeichelt sich im Seitenumdrehen erst ins Hirn, dann unter die Haut".
(Die Hamburger Morgenpost über “Doktor Paranoiski").www.deuticke.at
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Rainer Krispel
Ein Exil-Wiener und natürlich Original-Linzer. Rainer Krispels artistische Karriere beginnt mit Punk in Linz. Feuerlöscher, Target Of Demand, Seven Sioux und einem Häuschen namens Kapu.....
Viele Kapuzine-Leser kennen diese Geschichte. Ich kenne sie nicht, genausowenig wie andere Stationen in seinem bisherigen Leben, weshalb mir weitere biographische Angaben nun als sinnlos erscheinen. Rainer war wohl nicht nur immer die Stimme in vielen Bandprojekten, sondern auch derjenige, der einer Musik, egal ob der eigenen oder der geliehenen, mit seinen Texten oder Interpretationen, ein Profil verleihen konnte, wo Text nicht Beiwerk zur Musik, sondern das "Um und Auf" ist um die Musik erst verstehen bzw. spüren zu können. That´s it. Er weiß das, er kann das und lasst uns verstehen. Rainer Krispel schreibt und redet. Nicht nur Songtexte und nicht nur
über Musik. Ihm zuzuhören macht Spaß und oft auch schlauer. Gibt es besseres? Nicht, wenn es um Texte geht.
Nicht, wenn es um einen Routinier geht, der immer etwas nervös ist, wenn er in der Linzer Kapu das Mikrophon ergreifen soll..............