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Juno
Bug
Dienstag, 20.03.2001

JUNO, meine Damen und Herren, sind momentan ein Geheimtip in Sachen
Gitarrenmusik. Vielleicht bleiben sie es und lassen Steven Malkmus noch
weiter die Seiten der diversen Musikmagazine füllen. Ihre Zeit könnte
aber so schnell kommen, wie der Hype um ihre Heimatstadt, Seattle,
wieder verschwand. Sie hatten/haben nix damit zu tun. Seattle '91. Noch
in Erinnerung? Auch egal. Ein scheinbares Problem bei diesen
Städtekults ist wohl jenes,(..das Bandinfo gab den Denkanstoß...), daß
es scheinbar bis auf New York jeder Stadt nur einmal erlaubt ist, für
eine gewisse Zeit als impulsgebende, innovative Musikmetropole zu
gelten, die im Begriff ist, die Menschheit zu retten oder ernsthaft zu
gefährden. Dann ist es aus. Wer später kommt, wird fast gezwungen, sich
mit der Stadtgeschichte zu identifizieren und nach Verlorenem zu suchen
oder kanns allenfalls mit House oder Electro probieren. Liverpool 64,..
San Francisco 68, ..London 76, ..Los Angeles 79, ..DC 81,..Minneapolis
84, Seattle 91. Natürlich haben solche Phänomene eine mehr oder weniger
real nachvollziehbare Logik, bloß bedient sich halt auch jede Logik
gewisser Zufälligkeiten. Wieder egal.
JUNO wissen ihr kreatives Potenzial zu nutzen. Mit drei Gitarren im
Einsatz und dem Willen, jedem Song einen wirklich anderen Charakter zu
verleihen, ohne dabei den Gesamtfaden zu verlieren, haben JUNO mit ihrem
letzten Album auf Desoto Records ein spannendes, vor allem aber vor
Kraft strotzendes und mit schlichter Schönheit bedachtes Tonträger-chen
hingelegt. Nennt es Emocore, Postrock, Pop oder Hardcore. Diese Band hat
Größe. Und passt wohl perfekt zu dem Wochentagsstiefkind Dienstag!

Flyer / Plakat
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