Die sogenannte Asozialenbekämpfung in der

Die sogenannte Asozialenbekämpfung in der
Bruckmayr Didi
Mittwoch, 26.01.2000

Die sogenannte Asozialenbekämpfung war eine der Negativkonsequenzen der in den
Dienst langfristiger bevölkerungs- und rassenpolitischer Strategien gestellten
Sozialpolitik des nationalsozialistischen Wohlfahrtsstaates. "Rassefremde Elemente"
wie Juden und "Zigeuner" sowie "Volksgenossen mit minderwertigen Erbanlagen" wurden
aus der "Volksgemeinschaft" entfernt und schließlich ermordet. Zu diesen Trägern
"minderwertiger Erbanlagen" wurden nicht nur chronisch Erbkranke, sondern auch jene
Personen gezählt, deren Sozialverhalten nicht der nationalsozialistischen Norm
entsprach. Mit fortschreitender Radikalisierung der NS-Sozialpolitik infolge des
Kriegsbeginns wurde der Adressatenkreis kontinuierlich erweitert.

Referent: Dietmar Bruckmayr, Mag.rer.soc.oec. Studium der Handelswissenschaften an
der WU Wien, Dissertation über die "nationalsozialistische Volkspflege in der
Ostmark" an der Kepleruniversität Linz, Auftragsarbeit über die "völkischen"
Gewerkschaftsverbände in Wien von 1919 bis 1935, mehrmonatige Forschungsaufenthalte
in Archiven Deutschlands und der USA. Musiker, Performer und Schauspieler.